Kempten
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Kempten-Stadtbefestigung

… hat gar sechs Thor / unnd die Vorstatt … 3 Thor …

Das hochmittelalterliche Kempten lag auf einer Insel zwischen zwei Illerarmen. Die hochwasserfreie Siedlungsfläche war klein: Sie reichte nördlich der Burghalde bis knapp hinter die St. Mang-Kirche. Man vergrößerte bis etwa 1300 stetig die bebaubare Fläche durch Aufschüttungen des Ufers und die teilweise Verfüllung des linken Illerlaufs.

Damals begann man auch mit dem Bau eines Stadtmauerrings, der im Westen bis zum Kloster und im Osten zum rechten Illerarm reichte. Als Baumaterial dienten Sandsteinquader aus Steinbrüchen an der Iller. In den 1320er Jahren war die Stadtbefestigung mit 7 Toren und 4 Türmen weitgehend fertiggestellt. Die bedeutendsten Stadttore waren das Illertor am Flussübergang und das stark befestigte Klostertor. Im 15. Jahrhundert bezog man die Brennergassenvorstadt und auf dem rechten Ufer die Illervorstadt in den Mauerring ein.

Selbständigkeitsbestrebungen der Stadtbürger

Auf der Burghalde stand im Mittelalter die Burg des Stadtherrn, des Fürstabtes von Kempten; sie war von der Siedlung durch einen Graben getrennt. Die Selbständigkeitsbestrebungen der Stadtbürger führten im 14. Jahrhundert zum Konflikt mit dem Fürstabt. Im November 1363 eskalierte die Situation, als die Bürger die traditionelle Einladung zum Martinsessen auf die Burg missbrauchten, die Wehranlage gewaltsam an sich brachten und zerstörten. Obwohl der Abt den folgenden Prozess gewann, verkaufte er 1379 die Ruine seiner Burg und den gesamten Hügel an die Stadt.

Erst 1488 befestigten die neuen Besitzer die Burghalde wieder und verbanden sie mit der Stadtmauer. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Stadtmauer mehrfach modernisiert und der Waffenentwicklung angepasst. 1802/03 fiel die Stadt an Bayern, das ab 1806 den Abbruch aller Tore und die Auflassung des Wehrgangs durchsetzte. Als letztes Tor fiel 1876 das Illertor. Die Stadtmauer wurde grundstücksweise verkauft unter der Bedingung, Wehrgang, Zwinger und Stadtgraben aufzugeben.

Heute sind nur noch wenige Abschnitte der Mauer intakt erhalten. Das größte Teilstück findet sich östlich der Burghalde an der Burghaldegasse.





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